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Der Lindenbaum

Der vielbesungene Lindenbaum

Der vielbesungene Lindenbaum, in dessen Schatten man im Sommer so gerne sitzt, spendet mit seinen Blüten an Sonnentagen sehr viel Nektar. Aus ihm entsteht diese beliebte, hocharomatische Honigsorte. Er erinnert mit dem typischen, erfrischenden feinen Minzearoma an den Duft der langen Sommerabende. Ein Hochgenuss für alle Honigliebhaber. Sehr delikat auch im Tee, in Erfrischungsgetränken oder warmer Milch.

Von unseren einheimischen Bäumen erreicht die Linde mit das höchste Alter - rund 1500 Jahre kann sie werden mit einem Stammdurchmesser von bis fast 6 Meter. Meist schon knapp über dem Boden geht der mächtige Stamm in starke Äste auseinander, auf dem die dichte, stark abgewölbte Krone ruht.

Zwei Lindenarten sind zu unterscheiden:

Die kleinblättrige Winterlinde (Tilia cordata)

Sie ist in ganz Europa zu finden, wächst in Niederungen und Auenwäldern bis 1800 m. Sie hat einen relativ kurzen Stamm und eine weit ausladende Krone. Ihre Höhe kann bis zu 25 m reichen. Ihre Blätter sind kleiner und beidseitig kahl, in den Nervenwinkeln jedoch rötlich behaart.

Lindenblüte

An der Unterseite schimmern die herzförmigen und langgestielten Blätter blaugrün. Blütezeit ist im Juni/Juli (in der Regel 2-3 Wochen nach der Blüte der Sommerlinde).

Die großblättrige Sommerlinde (Tilia grandifolia)

Ihr Lebensraum ist der der Winterlinde entsprechend. Wir finden sie in Laubmischwäldern oder Vorgebirgslagen bis zu 1000 m Höhe. Ihr Wuchs insgesamt ist größer als bei der Winterlinde. Ihr Höhe kann bis zu 40 m betragen und ihre Blätter sind mit 6-10 cm um ca. 2 cm größer. Ihre Blätter sind beidseitig behaart und in den Nervenwinkeln mit weißlicher Behaarung. Blütezeit ist Juni/Juli, wenn die Trugdolden büschelartig an einem Stiel hängen und die Welt mit ihrem besonders intensiven Duft betören.

Die Blüten

Die zwittrige Blüte hat fünf länglich-eiförmige, 3 bis 4 mm lange Kelchblätter, fünf bis zu 8 mm lange, gelblich-weiße, Lindenblütekahle Kronblätter, 25 bis 40 Stabblätter und einen oberständigen, dicht weiß-behaarten, kugeligen Fruchtknoten mit unbehaartem Griffel und fünf Narbenlappen. Die gestielten Blüten befinden sich in einem hängend, traubigen Blütenstand, dessen Stiel mit einem 7 bis 10 cm langen Hochblatt (Tragblatt) verwachsen ist.

Die Blüten sind eine gute Bienenweide. Die Bienen sammeln den Nektar (Lindenblütenhonig) und auch die Pollen.

Der Mensch pflückt gerne die Blüten und bereitet daraus einen heilkräftigen, schweißtreibenden Tee, insbesondere bei Erkältungskrankheiten. Er wirkt auch harntreibend, beruhigend und krampfstillend.

Kulturhistorische Bedeutung

Die Linden hatten seit altersher eine große mythologische Bedeutung und standen im kulturellen Mittelpunk des dörflichen Lebens. Als Dorflinde dienten sie als Treffpunkt der Tanzenden und Liebenden, aber auch der Rechtsprechung. Sie galt als Friede- und Freudebaum (Baum menschlicher Gesittung, der Eintracht und des Friedens) und es wurde ihr ein weiblich sanftes, mütterlich bergendes Wesen zugeschrieben.

Wie die Eiche dem Donnergott, so war die Linde der germanischen Göttin Freya (Göttin der Fruchtbarkeit) geweiht. Die Sage geht, dass kein Blitzstrahl die Linden zu treffen wage, weil sie Wodans Gemahlin geweiht ist.

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