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Imkerverein Büchertal feiert 50jähriges Bestehen

Tagesanzeiger Maintal
Tagesanzeiger Maintal vom 24.3.2001
(leg). - Der Imkerverein Büchertal feierte am vergangenen Sonntag in der Hochstädter Gaststätte "Zum Neuen Bau" sein 50jähriges Bestehen. Zahlreiche Freunde und Mitglieder des Vereins fanden sich ein, um das Jubiläum standesgemäß zu begehen. Der Vorsitzende des Imkervereins, der Hochstädter Hermann Sittig, konnte unter den Gästen auch Landrat Karl Eyerkaufer und die designierte Bürgermeisterin Dorothee Diehl begrüßen. Zahlreiche Vorträge sowie Musikbeiträge der Sängervereinigung Hochstadt ergänzten das umfangreiche Programm.
Foto: M. Gros

Tagesanzeiger Maintal vom 24.3.2001 Seite 15

Imkerverein Büchertal feiert seinen 50. Große Jubiläumsfeier in der Gaststätte "Zum Neuen Bau" in Hochstadt - 60 Mitglieder aus 18 Orten
Imkerverein Büchertal feiert seinen 50.

Hermann Sittig (am Pult), der Vorsitzende des Imkervereins, begrüßte unter den Gästen auch Landrad Eyerkaufer und Dr. Erich Schieferstein, den Präsidenten des Deutschen Imkerbundes.

Maintal (leg/sit). - Seit 50 Jahren existiert der Imkerverein Büchertal. Mittlerweile hat die Organisation 60 Mitglieder, die aus Hochstadt und 18 umliegenden Orten kommen. Vorsitzender ist der Hochstädter Hermann Sittig, der am vergangenen Sonntag bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zahlreiche Gäste aus nah und fern begrüßen konnte. Den Weg in die Gaststätte "Zum Neuen Bau" fanden auch Landrat Karl Eyerkaufer und die designierte Bürgermeisterin Dorothee Diehl. Ebenso anwesend war der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Dr. Erich Schieferstein aus Bad Vilbel.
Hermann Sittig ging nicht nur auf die Geschichte des Imkervereins ein, sondern gab auch geschichtliche Informationen zu Hochstadt. So ging er auf den Namen des Veranstaltungslokals "Zum Neuen Bau" ein. Dieses sei das erste Anwesen gewesen, das 1839 außerhalb der Hochstädter Ringmauer gebaut worden war, da innerhalb der Mauer kein Bauplatz mehr existierte. Hochstadt habe im alten Ortskern noch viele gut erhaltene und gepflegte Fachwerkhäuser. Zum Teil sind diese über 300 Jahre alt. Bei einem Gang durch Hochstadt könne der Besucher noch die Eingänge zu den ehemaligen Weinkellern erkennen, in denen zur Obsternte der Hochstädter Apfelwein "gluckert".
Weinstock-Rodung im 19. Jahrhundert
Des Weiteren berichtete Hermann Sittig auch von der Weinstock-Rodung Ende des 19. Jahrhunderts, die wegen Schädlingsund Pilzbefall erfolgen musste. Nach der Rodung wurden Obstbäume an den Hängen angepflanzt, die heute jedermann als Hochstädter Streuobstwiesen kennt. In diesem Landschaftsschutzgebiet befinden sich viele nützliche Tierarten, die dort Schutz und Nahrung finden. Auch die Bienen sind hier zu Hause, die in der Obstblütenzeit eine wichtige Bestäubungstätigkeit leisten.
Musikalischer Rahmen,
Nach den diversen Grußworten intonierte die Sängervereinigung Hochstadt drei Lieder, sorgte für den musikalischen Rahmen, der bei den Besuchern sehr gut ankam. Im Anschluss referierten Professor Dr. Koeniger vom Bieneninstitut Oberursel und sein Mitarbeiter, Imkermeister Matthias Ullmann, über die gegenwärtigen Forschungsarbeiten im Institut mit den ostsibirischen Bienen Primorski, die durch ihren außergewöhnlich starken Nutztrieb sich die Varroamilben gegenseitig aus der Behaarung entfernen können. Diese Milben, die vor 25 Jahren auch in Deutschland eingeschleppt wurden und den Bienen Blut absaugen, können bei starkem Befall Bienenvölker zum Absterben bringen.
Unter der Leitung des Hochstädters Hans Fischer nahmen nach der Mittagspause viele Tagungsteilnehmer an einer Führung durch Hochstadt teil. Am Nachmittag überbrachte Bürgermeister Erhard Rohrbach Grußworte des Magistrats. Dann folgte ein Vortrag auch für Nichtimker und Naturfreunde durch den Zweiten Vorsitzenden Klaus Kutt aus Espa. Das Thema lautete "Honigbiene - die geschichtliche Entwicklung der Imkerei von den Wildbienen zum sozialen Bienenstaat. Die Biene als Kettenglied in der Ökologie".
Wespen schon 50 Millionen Jahre alt
Klaus Kutt erklärte, dass die Wespen schon vor mehr als 50 Millionen Jahren gelebt haben. Ihnen folgten dann die Hummeln und Honigbienen. Die Hummeln sind in der Lage, durch leichte fiebrierende Bewegungen ihre Körpertemperaturen von zwei auf 30 Grad Celsius zu erhöhen und zu Nahrungsgebieten zu fliegen. Auch bei niedrigen Temperaturen (vier Grad) können sie Blütenbesuche abstatten, während die Biene mit ihrem dünneren Haarkleid erst bei zehn Grad Celsius fliegt.
Das Bienenvolk hat aber den Vorteil, mit 20 000 bis 30 000 Bienen zu überwintern und kann in der Frühblütenzeit (Obstblüte) Millionen von Blüten bestäuben. Pro Volk fliegen dann etwa 15 000 Bienen zur Blütenbestäubung aus. Die andere Hälfte muss zur Brutbewärmung im Bienenstock bleiben. Eine Biene macht bei einem Ausflug je nach Blütengröße 20 bis 30 Blütenbesuche und fliegt pro Tag - je nach Wetter etwa 25mal aus. Dies ergibt für ein Bienenvolk astronomische Zahlen von Blütenbesuchen zwecks Bestäubung.
Zum Abschluss der Jubiläumsfeier erklärte Hermann Sittig an einem ausgestellten Bienenkasten interessierten Bürgern (Nichtimkern) das Leben des Bienenvolks. Neuimker werden nämlich noch immer gesucht.

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