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Gelée Royale

Zeitweise galt Gelée Royale als wahres "Wundermittel", das von der Laienpresse teils reißerisch angepriesen wurde. Die Übertreibungen waren für das Ansehen des Weiselfuttersaftes eher schädlich, denn er konnte die damit geweckten Erwartungen oft nicht erfüllen.

Produktion im Bienenvolk

Gelée Royale stammt hauptsächlich aus Futtersaftsdrüsen, wobei auch etwas Sekret aus den Oberkieferdrüsen dazugemischt wird. Der Gelée Royale wird von den Bienen für die Aufzucht der Bienenkönigin verwendet. Einige wenige Bienenlarven, die 6 bis 12 Tage alt, sind erhalten ihn als Nahrung von Ammenbienen. Daneben füttern die Ammenbienen auch die Larven der anderen Bienenkasten mit Arbeiterinnen- und Drohnenfuttersaft.

Was macht die Arbeiterinnenlarve zu einer Königin? Früher wurde vermutet, dass dies auf qualitative Unterschiede in der Zusammensetzung des Arbeiterinnen- und des Weiselfutters zurückzuführen ist. Heute ist man aber sicher, dass die Hauptkomponenten aller 3 Säfte (Königin-, Arbeiterinnen- und Drohnenfuttersaft) gleich sind.

Es haben sich viele Forscher mit der Frage beschäftigt, auf welche Gelée Royale-Inhaltsstoffe die Kastendifferenzierung zurückzuführen ist. Trotz intensivster Forschung konnte keine eigentliche "Königinnensubstanz" gefunden werden. Weiselzelle mit Géele Royale Lange Zeit nahm man an, dass die Differenzierung zur Königin nur auf Grund der viel grösseren Futtermenge zurückzuführen ist, welche die Weisel erhält. In der Tat, in einer Arbeiterinnenzelle gibt es nur ca. 24 mg Futter, während in den Weiselzellen 200-400 mg vorhanden sind.

Von 1960 bis 1980 wurden die meisten Forschungsarbeiten über die Bedeutung des Gelée Royale für die Kastendifferenzierung gemacht. Die Ergebnisse aus diesen Forschungsarbeiten zeigen, dass die Zusammensetzung der Futtersäfte zwar in den Hauptkomponenten gleich sind, aber bei Fettsäuren, Aminosäuren, Nukleotiden und Vitaminen unterschiede bestehen. Ob diese Unterschiede auch noch zur Kastendifferenzierung beitragen, wurde jedoch nicht geprüft.

Gewinnung

Gelée Royale wird mittels speziell eingerichteter Bienenzucht gewonnen. Dabei wird der Trieb ausgenutzt, dass das Bienenvolk eine neue Königin nachzieht, wenn es die alte verloren hat. Es müssen zuerst möglichst viele Weiselzellen produziert werden. Es gibt zwei Produktionsmethoden für Gelée Royale: eine diskontinuierliche und eine kontinuierliche Methode. Mit der diskontinuierlichen Methode kann Gelée Royale nur 3-4 mal nacheinander im gleichen Volk produziert werden. Nachher muss eine Pause eingelegt werden. Heute wird für die kommerzielle Gelée Royale Produktion eine kontinuierliche Produktionsmethode verwendet, womit praktisch während der ganzen Bienensaison Gelée Royale produziert werden kann. Der Gelée Royale wird aus den Königinnenzellen mittels einer Pipette ausgesaugt, lichtgeschützt und gekühlt gelagert. In einer Bienensaison kann der Imker ein Volk dazu bringen, ca. 500 g Gelée Royale zu produzieren.

In West-Europa wird für den Handel kein Gelée Royale produziert. Es währe wegen dem grossen Arbeitsaufwand etwa 10 bis 20 mal so teuer, wie das in Ost-Europa und China produzierte. China ist gegenwärtig der grösste Produzent von Gelée Royale mit einer Produktion von mehreren zehntausend Tonnen pro Jahr.

 

Weiselfuttersaft ist ein imkerlicher Fachausdruck.
Die Königin wird vom Imker auch Weisel genannt. Sie ist ein voll entwickeltes Weibchen das aus einem befruchteten Ei in 16 Tagen in einer zapfenförmigen Königinnen- oder Weiselzelle heranwachst. Während ihrer Larvenzeit vom 4. bis 6. Entwicklungstag erhält sie hochwertige Drüsensekrete von den Arbeiterinnen (Weiseifuttersaft, Royal Jelly, Géele Royale) als Nahrung.

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